Wasser!
Auszeichnung „leitungswasserfreundlich“
Hahn auf und schon läufts. Es ist irgendwie immer da. Wir denken nicht darüber nach. Aber es ist das wertvollste einfache Gut. Eine lebenswichtige Ressource.
Lassen wir mal den massiven Wasserbedarf von Wirtschaft und Landwirtschaft außer Acht. Schauen wir nur auf uns Menschen als natürlichen Wesen. Wir bestehen zu rund 85 Prozent aus Wasser (je nach Alter). Wir brauchen Wasser zum Überleben. Auch die gesamte natürliche Umgebung wächst überhaupt nur durch Wasser. In Hitzesommern spenden uns wasserreiche Orte eine angenehme Kühle. Und schön, wenn wir in der staubigen Stadt vielleicht sogar einen Trinkwasserbrunnen finden. Wir nutzen das durchsichtige Nass fürs Duschen, für die Klospülung, fürs Kochen. Und eben: wir trinken Wasser. Ok, die einen bevorzugen Cola, die anderen Apfelsaft (die ja hauptsächlich auch aus Wasser bestehen).
Aber Wasser ist und bleibt das Getränk, das tatsächlich unseren Durst stillt. Wir sollten uns deswegen immer wieder bewusst darüber werden, welche Rolle Wasser für uns wirklich spielt, auch und vor allem als Getränk.

zum Weltwassertag am 22. März © a tip: tap e.V.
a tip: tap (ein Tipp: Leitungswasser)
Darauf macht unter anderem die Initiative a tip: tap aufmerksam. Sie schreiben von sich selbst „a tip: tap e.V. setzt sich für den Genuss von Leitungswasser ein, um Plastikmüll, CO₂ und Geld zu sparen.“ Wie man liest, geht es a tip:tap noch um weitaus mehr. Indem wir Leitungswasser trinken, schaffen wir es, Ressourcen zu schützen (die in Plastikflaschen stecken) und klimagesünder zu sein (durch das Einsparen von Treibhausgasen, die bei Produktion und Transport von Plastikflaschen entstehen).

Befüllte Gefäße auf der NHZ-Terrasse in Arnstadt
Challenge "Deutschland wird leitungswasserfreundlich"
Wir trinken als Team im NHZ schon ziemlich lange das Wasser aus der Leitung, haben uns einen formschönen Krug angeschafft und jede von uns hat ohnehin immer ihre nachfüllbare Mehrwegflasche dabei. Die einen bevorzugen Glas, die anderen Alu, wieder andere ökologisch und gesundheitlich unbedenkliches Plastik. Wir wissen, dass Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist. Unseren Wasserwerken sei Dank! Meist ist die Rohrperle sogar qualitativ besser als das in Plastikflaschen irgendwo auf der Welt abgefüllte Brunnenwasser – mal ganz zu schweigen davon, wie dessen Klima- und Ökobilanz aussieht.
Deswegen hat uns a tip: tap auch im April 2022 die Auszeichnung „Leitungswasserfreundliches Unternehmen“ verliehen. Dem voraus ging die Aktion „leitungswasserfreundlich“, an der sich interessierte Menschen aus ganz Deutschland beteiligen konnten. Da waren vom Jugendamt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg bis zur Volksbank Mittelhessen über 170 Unternehmen, Organisationen und Kommunen beteiligt. Im ostdeutschen Raum (mit Ausnahme von Berlin) hat Thüringen am besten abgeschnitten. 10 Teilnehmende sind die Challenge eingegangen und haben auf Leitungswasser fokussiert.
Alles nachzulesen unter atiptap.org
Podcast Radio Frei (08.03.2022): Weltwassertag mit a tip:tap im Stadtgespräch

Hinweis auf die Auszeichnung an unserer Bürotür
Sömmerda ist leitungswasserfreundliche Kommune
Was uns als NHZ am meisten freut, ist, dass auch eine Stadt in Thüringen es zur „Leitungswasserfreundlichen Kommune“ geschafft hat: Sömmerda. Die Aktiven aus Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft in Sömmerda sind schon lange auf dem – sagen wir mal salopp – Mehrweg. Im vergangenen Jahr bewarb sich die Stadt dann um den Titel „leitungswasserfreundlich“. Aus dem Anforderungskatalog: unbeschwerter Zugang zu Leitungswasser für alle Mitarbeitenden der Verwaltung oder konsequentes Angebot von Leitungswasser bei Veranstaltungen. Sömmerda hat es geschafft, arbeitet aber weiter stetig zum Thema Trinkwasser im öffentlichen Raum. Sukzessive schafft die Stadt Orte, wo man Wasser in seine Mehrwegflasche füllen kann. Zum Beispiel ist das für die Tourist-Information auf dem Marktplatz in diesem Jahr geplant. Hier können dann Einheimische, Gäste und Tourist*innen ihre Trinkflasche wieder auffüllen lassen. An einigen anderen Orten in Sömmerda ist das bereits möglich – siehe Aufkleber auf der Eingangstür oder dem Schaufenster. Sömmerda sieht Leitungswasserfreundlichkeit übrigens als wichtigen Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie an. Toll.

Auch Ralf Uhlir (v. l.) von der Tourist-Information Sömmerda und Lena Kob, Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing, freuen sich mit Bürgermeister Ralf Hauboldt über die erfolgte Zertifizierung als leitungswasserfreundliche Kommune © Stadtverwaltung Sömmerda
Wasser-Quartier Erfurt
Noch weiter geht unsere Landeshauptstadt. Erfurt entwickelt sich zum sogenannten Wasser-Quartier, wo a tip:tap die Wasserwende umsetzen möchte. A tip:tap schreibt dazu: „In einem Wasser-Quartier fördert ein Partnernetzwerk aus lokalen Wasserversorgern und weiteren starken Partnern das Bewusstsein für Trinkwasser in der Nachbarschaft. Das Netzwerk zeigt die Vorteile von Leitungswasser auf, engagiert sich für bessere Zugänge zu kostenfreiem Trinkwasser und trägt damit zum Klimaschutz bei. Ein Projektbeirat unterstützt die erfolgreiche Weiterentwicklung des Projektes.“
Das derzeitige Gebiet des Wasser-Quartiers Erfurt liegt westlich entlang der Gera, einschließlich EGA, Petersberg und Nordpark. Auf einer Karte kann man alle Refill-Stationen (Auffüll-Stationen) finden.